Den Haag und Rotterdam

 

Den Haag: Wo Kunst, Kultur und Shopping auf das Meer treffen. Den Haag ist Hollands drittgrösste Stadt. Du kennst sicher auch diese typischen gemütlichen, putzigen, holländischen Städte. Den Haag ist anders. Den Haag ist weitläufig, teilweise unübersichtlich und voll. Aber auch mehr als das: Gesund, herzlich, jung und für wenige Tage eigentlich viel zu abwechslungsreich.  Den Haag hat, üblich für holländische Städte, viele schöne und gemütliche Cafés. Die lohnen sich nicht nur für einen guten Kaffee oder ein leckeres Stück selbstgebackenen Kuchen, sondern auch wegen der kuscheligen Sofas, dem stimmigen Interior und der entspannten Atmosphäre. Es ist schwer, sich in Den Haags Cafés trotz immensem Kuchenverzehr nicht gesund zu fühlen. Denn es gibt ein reiches Angebot an veganem, vegetarischem oder glutenfreiem Gebäck. Oder du lässt dir einen der vielen knackigen Salate, Smoothies, frischen Tees oder Bowls schmecken. Ich habe es sehr genossen und das teils sehr garstige Wetter hat uns immer wieder in diese gemütlichen Lokale gespült. 

 

Auch Den Haag ist eine Grachtenstadt – zwar findest du dort nicht ganz so viele Wasserkanäle wie in Amsterdam, nichtsdestotrotz sind die hübschen Grachten auch in Den Haag wunderschön anzuschauen. Insbesondere um den «Houtweg» findest du mehrere der kleinen Wasserstrassen. Am Ende von Chinatown landen wir an einer Gracht. Von hier aus starten die Grachtenfahrten durch die Stadt. Wir haben kaltes und nasses Wetter und obwohl es bis vor kurzen richtig geschüttet hat, kommen wir trocken durch die 90minütige Tour. Uff! Weiter gehts nach der Wassertour im Westbroekpark. Er ist einer der schönsten Parks in Den Haag. Der Park wurde in den 1920er Jahren nach einem Entwurf von Pieter Westbroek angelegt.

 

Zugegeben, Scheveningen führt erstmal zu einer ziemlich zugebauten Strandpromenade mit Riesenrad, Pier und diversen Hotelkästen. Ich fand es schauderlich. Mir war das Ganze zu grau und chaotisch. Wenn man aber dem Strand folgt, warten etwas entfernt zauberhafte Dünen und Sandstrände mit ausreichend Platz. Die Sonnenuntergänge am Strand von Den Haag sind atemberaubend und bieten eine romantische Kulisse für Paare oder einen ruhigen Ort zum Entspannen nach einem langen Tag am Strand. Wir beobachten, wie besonders mutige Menschen den Bungeesprung vom Turm der Seebrücke wagen. Eltern lassen mit ihren Kindern Drachen fliegen. Das Riesenrad am Strand von Scheveningen dreht sich und die Möwen kreisen über den Wellen. Das Flüstern des Windes, der Blick über das Meer und das Rauschen der Wellen hinterlassen an diesem Tag ein ganz besonderes Gefühl und steigern unsere Begeisterung für Den Haag – die Stadt am Meer – noch ein klein wenig me(e)hr. 


Ein besonderes Highlight ist der Leuchtturm von Scheveningen. 1875 wurde der Leuchtturm errichtet. Er bietet nach neun Ebenen und 159 Stufen mit einer Höhe von 30 Metern eine der besten Aussichten auf die Nordsee.


In den Dünen von Den Haag, wo das Licht so greifbar ist, hat der Künstler James Turrell einen Ort geschaffen, an dem man in den Himmel schauen kann: «Heavenly Vault» in Kijkduin. Auf einer der Gerölldünen wurde eine Schüssel in Form einer Ellipse mit einer Breite von 30 Metern und einer Länge von 40 Metern errichtet. Eine etwa 5 Meter hohe Erdmauer umschließt die Schüssel. Wir sind mit dem Fahrrad hin.

 

Der Stadtteil Zeeheldenkwartier ist sozusagen das hippe Viertel der Stadt. Hier gibt es diverse Cafés und Restaurants, einige kleine Geschäfte mit liebevollen Dekoartikeln und Nippes sowie viele junge Leute. Gleich nebenan liegt der Stadtteil Segbroek. Mir schien, dass sich nur wenige Touristen dorthin verirren. Dabei ist Segbroek ein sehr schöner, klassischer Stadtteil in Den Haag und für mich ein absoluter Den Haag Tipp. Der Stadtteil Voorhout erwartet dich im Zentrum Den Haags. Es versprüht mit seinen kleinen Strässchen und den filigranen Häuschen grossen Charme. Um den Binnenhof dann, hat sich in der Geschichte die Stadt entwickelt. Hier versammelt sich das niederländische Parlament, aber bei einem Besuch in Den Haag solltet ihr dem Binnenhof auch einen Besuch abstatten. Über mehrere Zugänge kommt man auf den Innenhof, um die verschiedenen beeindruckenden Gebäude und die Binnenhoffontein auf dem Platz zu betrachten. Bei uns wurde leider umgebaut.

 

Die Haagse Passage ist das älteste bestehende Einkaufszentrum in den Niederlanden und gehört zusammen mit den Passagen von Brüssel und Mailand zu den schönsten Einkaufspassagen in Europa. Der wunderschöne Friedenspalast ist das Wahrzeichen Den Haags und sollte bei keiner Den Haag Reise fehlen. Der «Haagse Markt» ist, mit über 500 Ständen, der grösste Wochenmarkt in Europa (pro Markttag soll er rund 25'000 Besucher anlocken) unter freiem Himmel. Den Haagse Markt findest du wiederum vier Mal pro Woche (montags, mittwochs, freitags und samstags) in der Herman Costerstraat. 

 

Mit einem Ticket für das Escher-Museum in den Haag erhält man einerseits einen Einblick in das Schaffen M. C. Eschers und andererseits eine Besichtigung der historischen Räume des Palasts. Nicht umsonst heisst das Museum offiziell Escher in Het Paleis (Escher im Palast). Auch wenn ihr euch für Kultur nicht so interessiert, bin ich überzeugt, dass ihr aus dieser Ausstellung absolut begeistert wieder herausgeht. Die Werke von Escher sind eine Quelle der Inspiration. Ein ums andere Mal ist es absolut faszinierend, was das menschliche Gehirn für surreale Szenen sowie optische Illusionen hervorbringen kann! 

 

Rotterdam: Moderne Architektur, Kunst und coole Locations. In Rotterdam solltet ihr auf jeden Fall viel Zeit für einen ausgiebigen Bummel durch die Stadt oder eine Fahrradtour entlang der Maas einplanen. Lunch in der belebten Markthalle, Kaffee und Kuchen am Alten Hafen, ein tolles Abendessen... Im Museumspark (knapp 2 km von der Erasmusbrücke entfernt) befinden sich gleich mehrere interessante Häuser. Zu ihnen gehören das Kunstmuseum Boijmans Van Beuningen und das gegenüberliegende Depot, indem die Kunstschätze aus der Museumssammlung aufbewahrt werden, wenn sie nicht gerade ausgestellt sind. Das Depot des Boijmans Van Beuningen zieht alle Blicke auf sich. Allein die Fassade ist ein Kunstwerk. Die Form ähnelt einer Schüssel. Die 1664 gebogenen Glasscheiben rundherum, sorgen für eine faszinierende Spiegelung der Umgebung und für unzählige Selfies. Im Zentrum Rotterdams befindet sich auch das berühmte Kubushaus vom niederländischen Architekten Piet Blom. Bleiben wir bei verrückter Stadtplanung. Die Luchtsingel – oder «Luftkanal» – ist eine geschwungene Holzbrücke, die Rotterdams Zentrum mit den nördlichen Wohngebieten verbindet und dabei eine Bahntrasse über- und ein Haus durchquert. Mittlerweile jedoch ziemlich heruntergekommen. 


Beide Städte haben absolute Highlights geboten. Und obwohl das Wetter wenig mitgespielt hat, konnten wir den Aufenthalt geniessen.