Wir kommen am Morgen in Rom an und wie immer haben wir ein volles Programm. Wir wollen ja möglichst viel sehen! Wir spazieren am La Casetta di Madonna dei Monti vorbei, seine grünen Wände sind eine wahre Attraktion, das ganze Haus ist mit Efeu überwachsen. In Rio Monti geniessen wir die grosse Treppe mit dem schönem Bogen, die zeitgemässe Stimmung, schlendern an guten Restaurants und trendigen Bars vorbei und entdecken auch fantastische kleine Geschäfte. Natürlich darf auch ein Gang über den Mercato Monti nicht fehlen, es ist der Ort für Klamotten, quasi die römische Portobello Road 😉 Nach weiteren 30 Minuten Fussmarsch erreichen wir die Piazza Navona. Es ist ein beeindruckender Platz des Barock und pulsierender Stadtmittelpunkt.
Und dann sind wir da. Felinis Film «La Dolce Vita» hat den Trevi Brunnen unsterblich gemacht. Man soll rückwärts eine Münze hineinwerfen und sich etwas wünschen. Täglich werden fast 4000 Euro in den Brunnen geworfen und abends eingesammelt… Nicht verwunderlich bei der Ansammlung von Touristen!
Weiter gehts durch die Gassen zur Spanischen Treppe. Sie ist Flaniermeile, Flirtplatz und Fotomotiv. Zudem Tummelplatz von Künstlern und Touristen. Auch hier hat es also sehr viele Menschen. Wir suchen uns ein ruhigeres Plätzchen. Wir wollen per Fahrrad den Park Villa Borghese erkunden. Doch es gibt Widerstand in den eigenen Reihen! Pahhhh, so schnell geben wir nicht auf. Ich möchte nämlich so viel wie möglich vom Park sehen und das geht eben nur, wenn wir Räder unter den Füssen haben. Wir einigen uns also auf so zwei Vierrad-Fortbewegungsmittel und lachen uns unterwegs halb kaputt. Fahren Hügel rauf und Hügel runter, liefern uns Rennen, bleiben in unwegsamen Gelände stecken und versuchen dabei möglichst entspannt auszusehen. Es ist eine wirklich lustige aber auch peinliche Aktion. Ein feines Abendessen im Grazia e Graziella und der erste Tag ist bereits Geschichte.
Es ist der 24.4.2019. Emea feiert ihren 16. Geburtstag in Rom 🥳 Gemeinsam mit den Grossmüttern, ihrem Onkel und natürlich uns als Familie. Das «The Fifteen Keys Hotel» hat ihr zum Frühstück eine Überraschung mit Ballonen und Kerzen bereitet. Wow! So lieb! Wir geniessen also ein ausgedehntes Frühstück bevor es ab in die Stadt geht. Emea braucht bereits die ersten Pflaster und leider geht es Vreni nicht gut. Sie bleibt im Zimmer. Wir hoffen, dass sie wenigstens bis zum Nachtessen wieder auf den Beinen ist.
Zuerst gehts zur Kirche S. Onofrio. Es ist die älteste Renaissance-Kirche in Rom. Sehenswert sind die Fresken. Von da aus gehen wir zum Gianicolo-Hügel und geniessen eine wundervolle Aussicht auf die ganze Stadt. Weiter geht es zur Piazza Garibaldi und dann zur Fontana dell’Acqua Paola. 1612 wurde diese Brunnenanlage erbaut. Sie ist Bestandteil der Wiederherstellung eines bis dahin verrotteten Aquäduktes zur Wasserversorgung Roms. Auch hier gibt es eine tolle Aussicht auf die Stadt! Daneben findet sich das Mausoleum Ossario Garibaldino, es ist ein eindrucksvolles Kriegsdenkmal für die gefallenen Römer. Daneben steht die Kirche San Pietro di Montorio.
Nach einem Mittagessen gehts zur Tiberinsel. Es ist eine kleine Insel mit einer schönen Basilika, einem Spital und einigen Restaurants. Für Fotomotive mit dem reissenden Tiber sehr malerisch. Mich plagen höllische Kopfschmerzen und ich hole mir in der Apotheke eine Tablette. Auf dem Weg zum Circo Massimo queren wir das Forum Boarium, es ist der bedeutenste und älsteste Marktplatz Roms. Im Circus Maximus, der früheren römischen Rennstrecke, finden heute grosse Konzerte statt. Im antiken Rom jedoch jubelten 25’000 Menschen den Wagenlenkern zu. Es waren Sklaven, von denen viele bei Unfälle ums Leben kamen. Schon sehr eindrücklich. Von da geht es noch zum Aventin und der Basiklika Santa Sabina. Es ist der südlichste Hügel Roms nahe dem Tiber. Bei der Basilika gibt es die grüne Tür mit dem mittlerweile berühmten Blick auf den Petersdom. Abendessen im Il Fellini. Morgen geht es in den Vatikan.
Wir gehen früh los und steigen in zwei Taxis. Eigentlich sollte jedem klar sein, wo wir hinwollen... Doch die Verwirrung ist perfekt. Das zweite Taxi fährt woanders hin. Nach einigen Telefonanrufen und einem hin- und her schafft es der Rest der Familie auch noch rechtzeitig zu unserem Standort. Ufff. Das war eine Hektik.
Am Petersplatz ist es noch ruhig. Der Petersplatz ist ein wunderschöner, unheimlich atmosphärischer Platz und auf einmal wimmelt es nur so von Menschen. Wir besuchen die Sixtinische Kapelle mit einer Führung für unsere Familie. Giancarlo macht das absolut spitzenmässig. Die Tour ist sehr gut gestaltet und für Erwachsene wie auch Teenager durchgehend spannend. Die Sixtinische Kapelle ist eine der Kapellen des Apostolischen Palastes. Sie ist der Ort, an dem das Konklave abgehalten wird, und beherbergt einige der berühmtesten Gemälde der Welt. Ihr Name bezieht sich auf Papst Sixtus IV., unter dem sie zwischen 1475 und 1483 erbaut wurde. Wir schleichen Fuss an Fuss durch die Räumlichkeiten. Sie sind schon heftig all die Menschenmassen. Toller Ausblick vom Dach des Domes!
Nach der wohlverdienten Mittags-Pause geht es zur Engelsburg und Engelsbrücke. Der Rest des Tages ist zur freien Verfügung und wir vertreiben uns die Zeit mit etwas Shopping.
Wir deponieren an unserem letzten Tag das Gepäck im Hotel. Wir haben ein Sammelticket inklusive Führung für das Kolsosseum und das Forum Romanum gelöst. Zum Glück sind wir so früh dran. Wir kommen relativ schnell in das Innere des Kolosseums und starten mit unserer Tour. Blutrünstige Kämpfe zwischen Gladiatoren, Verbrecher wurden hingerichtet oder wilde Tiere gejagt. Gladiatoren waren Kriegsgefangene, Sklaven oder Menschen, die dermassen verschuldet waren, dass sie ihr Leben riskierten um an Geld zu kommen. Unter der Arena befanden sich die schattigen, drückend heissen Zellen, in denen die Gladiatoren oder Tiere auf ihren Auftritt warteten. Sie wurden jeweils von Seilen durch die Falltüren nach oben gezogen. Schon sehr eindrücklich. Nach all diesen Eindrücken begeben wir uns noch zum Palatinhügel. Es heisst, das Rom auf dem Palatin oberhalb des Forum Romanum gegründet wurde. Später leben die römischen Kaiser hier in luxeriösen Palästen. Mittagessen.
Foro Traiano. Diese alten Ruinen waren einst das grösste der kaiserlichen Foren. Diese Säule ist mit 2000 Jahre alten Zeichnungen bedeckt. Sie wurden zu Ehren der Siege von Kaiser Trajan in Stein gehauen. Zum Abschluss noch ein Blick auf das Pantheon. Eines der ältesten Gebäude Roms. Es hat eine Öffnung in der Decke – ein sogenanntes Kuppelauge. Danach holen wir das Gepäck im Hotel und machen uns auf den Weg zum Flughafen.